Kaum ein Newcomer wurde in den letzten Jahren von den Kritikern und Fans vollkommen zurecht so gefeiert wie Michael Holbrook Penniman alias Mika. Bereits mit seinem 2007 veröffentlichten Debütalbum Life In Cartoon Motion verzückte er weltweit die Massen und wurde mit Preisen und Auszeichnungen geradezu überhäuft. Mit dem Nachfolgewerk The Boy Who Knew Too Much übertrifft er sich erneut selbst. Auf den zwölf neuen Songs, entstanden in enger Zusammenarbeit mit Produzent und Kreativpartner Greg Wells, präsentiert sich Mika wie gewohnt als begnadeter Songwriter und Geschichtenerzähler. Bereits mit dem opulent arrangierten Opener "We Are Golden" setzt wieder Maßstäbe. Und in der gleichen Güteklasse geht es mit dem ansteckend-euphorischen Titel "Blame It On The Girls" und der mit Discoelementen veredelten Midtempo-Hymne "Rain" weiter. Zu den herausstechenden Merkmalen des Albums zählt auch diesmal seine extrem wandlungsfähige Stimme, mit der er nach belieben die entscheidenden Akzente setzt. Seit den Tagen von Abba oder den Bee Gees hat Popmusik nicht mehr so perfekt und lebendig zugleich geklungen. Egal ob es sich dabei um emotional tiefschürfende Balladen wie "I See You" oder lässig swingende Nummern wie "Dr. John" handelt. Auch diesmal trägt er zwar manchmal ein wenig zu dick auf, doch gerade dieser kaum zu bremsende Hang zur unbedingten Opulenz macht aus The Boy Who Knew Too Much ein Album von zeitloser Schönheit und Relevanz. Da verwundert es auch nicht, dass selbst Nummern wie "Blue Eyes", wo er ganz gezielt ein paar Gänge zurückschaltet, eine besondere Magie entwickeln. - Franz Stengel |